Montag, 22. Mai 2017

Klunkerfisch's Schaufenster für die Händel-Festspiele in Halle (Saale) 2017

Nachtrag: In diesem Jahr belegte ich Platz 4 des Schaufenster-Wettbewerbs! 😀 Der Preis: Ein Brunch für zwei Personen im Dormero Hotel "Rotes Ross" in Halle! Yay!!! 😀

Auch in diesem Jahr nimmt der Klunkerfisch-Laden in Halle's Kuhgasse wieder am Schaufenster-Wettbewerb im Rahmen der Händel-Festspiele in Halle (Saale) teil. Das diesjährige Motto des Festivals lautet "Original? - Fälschung?" und greift damit ein spannendes Thema nicht nur innerhalb der Musikindustrie auf.



Duplikate, Dissertationen und Fake-News… Wo verläuft die Grenze zwischen Inspiration und Ideenklau? Bereits zu Händels Zeit waren Urheberfragen ein Thema: Gegen das Kopieren seiner Musikstücke wehrte sich Händel; für seine Kompositionen nutzte er jedoch auch die Musik anderer Komponisten. So ist es für die Musikwissenschaft nicht leicht festzulegen, welche von Händels Werken echt und welche gefaket sind. Letztlich ist es aber egal, ob Imitat, Kopie oder Plagiat - jedes Stück, das so geschaffen wird, stellt, separat betrachtet, wieder ein Original dar.



Händel war nicht nur ein überragender Komponist, sondern auch ein cleverer Geschäftsmann. Während er kostenaufwändige italienische Opern inszenierte, verdiente er „nebenbei“ mit der Komposition von damals sehr populären Oratorien ein Vermögen , welches ihm, dem typisch barocken Genussmenschen, einen pompösen Lebensstil ermöglichte.



Händels Tag begann mit einer Tasse heißer Schokolade. Bereits im späten 17. Jahrhundert begannen drei exotische Getränke aus drei Kontinenten ihren Siegeszug in die englische Gesellschaft: Kaffee, Schokolade und Tee. Während Schokolade für die barock-katholische Sinnlichkeit stand, hatte der Kaffee schon früh den Ruf, von asketischen Protestanten getrunken zu werden. Denn Kaffee weckt den Geist, Schokolade den Körper. Es ist überliefert, dass Händel beides genoss.



Auch die in Halle erfundene Schokoladen-Leckerei „Hallorenkugel“ imitiert etwas anderes: die silbernen Knöpfe an der Tracht der Halloren, der halleschen Salzwirker. Die Hallorenkugeln vom Klunkerfisch sehen den Original-Pralinen zum Verwechseln ähnlich, sind aber nicht einmal halb so groß und dienen nur dem Augenschmaus.



Im Barock erlebte die Porzellan-Herstellung eine Hochzeit. Denn zunächst wurde Schokolade in adligen Kreisen als Heißgetränk gereicht und dann gern aus der Untertasse genascht. Europaweit, so auch in Lettin am Stadtrand von Halle, werden bis ins 19. Jahrhundert hinein Porzellan-Manufakturen gegründet. Die in den 50er und 60er Jahren sehr populären Sammeltassen imitierten in Form und Design auch barocke Stil-Elemente. Beim Klunkerfisch entstanden aus ungenutzten Erbstücken dekorative und durchaus brauchbare Etageren. Und was zu Bruch ging, wurde zum Schmuckstück umgewandelt.

Klick auf die Collage und du siehst das ganze Fotoalbum!



GEWINNSPIEL! Echt oder Fake? Der Klunkerfisch fragt dich!

Entdeckst du, was an dem Scherenschnitt und der Partitur nicht stimmt?
Für jeden, der den Fehler im Klunkerfisch-Laden in Halle's Kuhgasse meldet, gibt es ein kleines Souvenir, original vom Klunkerfisch!